Verlag: Heyne
Erschienen: 1998
ISBN: 3453147006

Bei Kai Meyers „Der Schattenesser“ handelt es sich laut Buchdeckel um einen historischen Roman. In Prag geht zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ein Mörder um, der seinen Opfern ihre Schatten raubt. Als der Vater der jungen Sarai dieser Bestie zum Opfer wird, gibt es für das Mädchen nur noch ein Ziel: den Schattenesser zu stellen.
Was folgt ist allerdings kein rein historischer Roman, sondern ein historischer Fantasy-Roman.
Kai Meyer weiß mit treffenden Beschreibungen Figuren, Umgebung und Zeit zum Leben zu erwecken. Ohne viel drum herum reden zu müssen schafft er eine eigentümliche Atmosphäre, in der sich Realität und Mythen miteinander vermischen. Auch er kann es nicht lassen, den Golem des Rabbi Löw zu benutzen und ihn mit anderen Märchengestalten zu konfrontieren. Das ist sehr faszinierend, allerdings bewegt sich die Handlung sehr behäbig und kommt manchmal ins Stocken, wenn der Autor den Leser gerne auf einen kleinen Irrweg locken möchte. Das ist aber noch recht erträglich, enttäuschender ist aber eher das kryptische Ende, das den Leser mit einer Menge Fragen zurücklässt.
So ist „Der Schattenesser“ zwar stimmungsvolle Lektüre für Fans von Geschichte oder gepflegter Fantasy, kommt aber durch seine Schwächen nicht über ein gutes Mittelmaß hinaus. ![]()




























