Verlag: Wunderlich
Erschienen: 2. Auflage Februar 2006
Seiten: 430
ISBN: 3805208111
Schon das Cover beängstigt. Es ist wie eine Todesanzeige gestaltet und suggeriert für den zu erwartenden Lesestoff dadurch Wirklichkeitsnähe. Dann der Klappentext, der auch gleichzeitig ein Fetzen des 1. Kapitels ist – ebenfalls so erschreckend nah an der Realität. Solch einen faszinierend realistischen Anfang hat selten ein Autor zu Papier gebracht. Mit der Schilderung der biochemischen Prozesse des menschlichen Körpers nach dem Tod führt Simon Beckett den Leser auf den ersten Seite zu der Leiche, mit der das Grauen, das Misstrauen und eine Hetzjagd im dörflichen Manham Einzug hält.
Das Misstrauen, die Tuscheleien und die Engstirnigkeit der Dorfbewohner wird ebenso glaubwürdig herübergebracht, wie die Szenen, in denen der Täter ein neues Opfer stellt. Nicht überzogen, sondern langsam aber stetig kriecht die Angst hoch – beim Opfer und beim Leser.
Glaubwürdig ist auch, dass Dr. Hunter nicht wie manch anderer Romanheld „rein zufällig“ in eine laufende Ermittlung stolpert. Es ist vorstellbar wie er hier in den Fall als Arzt (mit Vorgeschichte als Anthropologe) eingebunden wird. Becketts Wirklichkeitsnähe ist sehr erfrischend im Wust der unglaubwürdigen Thrillerhandlungen, die man allzu oft serviert bekommt.
Simon Beckett beweist, dass ein Thriller nicht, reißerisch und unnötig brutal sein muss, um spannend oder originell zu sein. Was mit den sterblichen Überresten eines Menschen passiert und welche Aussage ein verwesender Körper über die Todesumstände treffen kann, wird hier erstklassig und ausgesprochen kurzweilig beschrieben und liest sich spannender als jedes brutale Szenario.
Und im letzten Drittel zieht der Roman derartig an, dass einem vor Spannung fast die Luft wegbleibt. Grandios! ![]()





























